John F.
11. Januar 2026
Ich schreibe vorsichtshalber anonym. Ich hab meinen Führerschein zwar im ersten Versuch geschafft, aber der Weg war lang. Zunächst das gute: Zum Einschreiben erhielt ich einen Bonus, weil ich eine Empfehlung hatte. Da spart man also schön Geld. Die Theoriestunden waren zudem eher entspannt und man konnte recht gut folgen. Gab auch fast immer was zu trinken. Die Fahrstunden waren bei mir jedoch erschreckend. Die ersten 2-3 Stunden war mein Lehrer recht verständnisvoll, weil's nunmal meine ersten Stunden Praxis waren. Danach fing er jedoch an mich bei Rückfragen anzumeckern und Vorwürfe zu machen. Ich würde behaupten ich kannte die Theorie recht gut, jedoch steh ich in Stress Situationen gern auf'm Schlauch. Als ich Dinge fragte wie 'was heißt dieses Schild nochmal?' oder 'Wie schnell darf ich hier fahren? Ich hab kein Schild gesehen' kam als Antwort Vorwurfsvolles "das musst du doch wissen! Was fragst du mich das?" und es dauerte mehrfaches nachhaken, bis überhaupt eine Antwort kam. Laut wurde der Lehrer dabei auch gerne. Als ich von einer Situation überfordert war, hielt er mich an und meckerte Zeug wie 'Soll ich dir nen Bobbycar holen? Stell dich nicht so an." und "Hör auf dich zu entschuldigen! Mach's einfach ordentlich." Im Nachhinein hätte ich da schon den Lehrer wechseln sollen, aber ich hab länger gebraucht. Manchmal sagte der Lehrer "Heute hören wir bei der/dem nächsten Schüler/in auf. Der/die fährt dich dann nach Hause." Fand ich super! Ich seh wie die andern Schüler fahren - da lern ich sicher was. Hab gelernt, dass er den anderen Schülern genauso Vorwürfe machte, sie unter Druck setzt und auch keine Hilfestellung gab. Nur bei den Schülerinnen war er auf einmal sehr nett, und fragte auch wie so der Tag war und wie sie drauf sind. Hatte auch bei Fehlern bei denen nich so nachgehakt. Der Höhepunkt war für mich aber, als ein Schüler mich nach Hause fuhr, dabei den Wagen drei-vier mal beim Bergauf-Anfahren abwürgte, und der Fahrlehrer lauthals drohte 'Mach das nochmal und ich schlag dich..' Naja, danach hat der Schüler den Wagen nicht mehr abgewürgt. Im Gespräch meinte der Lehrer zu mir auch mal, dass man Schülern mal Druck machen müsse, damit die sich entwickeln. Ich probierte zu erklären, dass ich davon nur Angst bekomme, und nicht unter Stress arbeiten kann. Er verstand das nicht. Ich hab danach per E-Mail den Lehrer gewechselt. Der neue Lehrer hat mir auf einmal gutes Feedback gegeben. Worte wie 'Gut gemacht.' oder 'Genau, richtig so.' waren auf einmal dabei. Das fand ich super! Da hatte ich auf einmal gar keine Angst oder Panik mehr vor den Fahrstunden. Der hat mir auch im Voraus dann Dinge gesagt wie 'da kommt gleich eine versteckte Seitenstraße, denk an Rechts-vor-Links' oder auf kompliziertere Situationen vorbereitet. Das war sehr hilfreich! Mit ihm bin ich dann auch im Nu aus meinem Stress und Druck raus gekommen, hab mich rasant weiter entwickelt und endlich nach viel zu vielen Stunden beim falschen Lehrer meine Prüfung im Erstversuch bestanden. Je nach Lehrer kann's also sehr gut laufen! Aber mit Unglück erwischt man einen, bei dem's nicht so gut läuft. Ich glaube auch, dass die meisten Lehrer der Fahrschule echt super sein können. Aber nachdem mittlerweile einige Zeit vergangen ist, hab ich das noch immer im Kopf gehabt und will diese Erfahrung hier teilen. Falls ihr zur Fahrschule Tönnessen geht, die Theorie ist gut und der Praxis Unterricht kann gut gehen. Aber seid bereit, den Lehrer zu wechseln, falls ihr nicht gut mit eurem klar kommt. Ps: Der Lehrer, bei dem ich letztlich bestanden hatte, forderte mich auf doch gerne eine Rezension zu schreiben, nachdem es so gut lief. Ich war lange zerstritten, zumal er mich nebenbei bat keine Namen einzelner Lehrer zu nennen, aber letztlich will ich helfen, damit künftige Schüler bereit sind den Mut zum Lehrerwechsel zu haben, und einen anderen der kompetenten Leherer zu wählen. Pps: Alle Zitate dienen nur stilistischem zwecke und sind lediglich sinngemäß paraphrasiert, zumal einige Zeit vergangen ist und meine Erinnerung nicht perfekt ist.



