Warum müssen Scheinwerfer eingestellt werden und wie wird das gemacht?

Jeder Autofahrer steht einmal vor dem Problem falsch eingestellter Frontscheinwerfer: Sie reduzieren nicht nur den effektiven Sichtbereich bei Dunkelheit, sondern können auch eine echte Bedrohung für entgegenkommende Autofahrer sein.

Derzeit gibt es drei Lösungen für die Problembehebung falsch eingestellter Scheinwerfer: Du suchst eine Autowerkstatt auf, verwendest ein spezielles Gerät oder löst das Problem, indem du eine manuelle Einstellung vornimmst.

In welchen Fällen es notwendig ist, die Einstellung der Scheinwerfer vorzunehmen:

·      Beim Austausch von Glühbirnen im Scheinwerfer. Dies gilt sowohl für Systeme mit einzelnen als auch mit separaten Strahlern.

·      Beim Austausch von einem oder beiden Scheinwerfern. Dies kann aufgrund von Ausfall, Unfall oder dem Wunsch des Eigentümers geschehen, wenn eine leistungsfähigere oder technologisch weiterentwickelte Leuchte installiert werden soll.

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·      Falls du ein komisches Gefühl beim Fahren hast und dementsprechend Anpassungen vornehmen willst.

·      Bei der Installation von Nebelscheinwerfern. In der Regel werden dann nur die Nebelscheinwerfer eingestellt.

·      Nach der Durchführung von Arbeiten, die im Zusammenhang mit Stoßdämpfern standen.

·      Nach Austausch von Bremsscheiben oder Bereifung durch ähnliche Produkte mit anderen Durchmessern.

·      In Vorbereitung auf die behördlich vorgeschriebene Inspektion.

·      Vor einer langen Fahrt.

Das Ziel der Scheinwerfereinstellung besteht darin, das Licht auf die eigene Fahrbahn und den Fahrbahnrand zu richten, und zwar in die richtige Richtung. Den entscheidenden Faktor stellt dabei die Höhe der Scheinwerfermitte dar.

Neben der Kenntnis über die Konstruktionsmerkmale des Fahrzeugs sind oft besondere Kompetenzen und Geräte notwendig, die nur in Fachwerkstätten zu finden sind.

Falsch eingestellte Scheinwerfer bergen ein hohes Unfallrisiko im Straßenverkehr. Wenn die Scheinwerfer nach unten gerichtet sind, ist der Weg nicht ausreichend beleuchtet, sodass der Fahrer einen Fußgänger oder eine Unebenheit auf der Straße übersehen könnte. Wenn die Scheinwerfer nach oben oder links gerichtet sind, wird der entgegenkommende Fahrer geblendet.

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Experten empfehlen, alle 50.000 Kilometer eine Lichtkorrektur durchzuführen.

Ein qualitativ hochwertiger Scheinwerfertester ermöglicht dir, mithilfe von spezieller Ausrüstung und unter Berücksichtigung aller wichtigen Konstruktionsmerkmale des Fahrzeugs das Licht richtig einzustellen.

Was ist eine Leuchtweitenregulierung?

Die Leuchtweitenregulierung stellt einen Mechanismus dar, der den Lichtkegel des Fahrzeugscheinwerfers anpasst. Dabei wird eine optimale Ausleuchtung der Straße gewährleistet. So wird selbst im Falle einer Neigung der Karosserie, welche bei hohen Geschwindigkeiten sehr wahrscheinlich ist, die Straße gut beleuchtet.

Bereits 1990 wurde in Deutschland das Gesetz in einer Verordnung erlassen, wonach der Einbau eines Scheinwerferreglers für alle Fahrzeuge obligatorisch war. In Europa müssen alle seit 1999 produzierten Autos mit einem Scheinwerfer-Korrektor ausgestattet sein.

Die erste Leuchtweitenregulierung wurde in den 50er Jahren in Autos eingebaut, wobei nur Modelle der Spitzenklasse damit ausgestattet wurden.

Nach dem Arbeitsprinzip unterscheidet man zwischen zwei Arten von Leuchtweitenregulierungen:

– Manuelle Leuchtweitenregulierung;

– Automatische Leuchtweitenregulierung.

Die manuelle Leuchtweitenregulierung

Die ersten manuellen Leuchtweitenregler wurden als statisch bezeichnet und ihre Einsatzmöglichkeiten waren sehr begrenzt. Es war nur möglich, die Position der Scheinwerfer vor der Fahrt zu ändern. Das bedeutet, dass das Fahrzeug zunächst beladen wurde, und nur dann, basierend auf den Änderungen, eine Anpassung vorgenommen werden konnte. Erst in den 70er Jahren wurde es möglich, die Position der Scheinwerfer zu verstellen, ohne das Auto verlassen zu müssen.

Eine manuelle Regelung der Leuchtweite ist in den meisten günstigen Autos installiert, sodass viele Autobesitzer damit vertraut sind. Um die Leuchtweite einzustellen, musst du nur das Rädchen bzw. den Drehschalter drehen. Da der elektromechanische Betrieb des Leuchtweitenreglers häufiger als andere eingesetzt wird, werden wir diesen ausführlicher unter die Lupe nehmen.

Der Drehschalter hat in der Regel eine digitale oder grafische Markierung, welche die Position des Scheinwerfers aufzeigt. Abhängig von der Beladung des Autos und der damit einhergehenden Neigungsänderung kann durch die Betätigung des Rädchens eine Einstellung vorgenommen werden.

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Das bedeutet, dass bei 3 Fahrgästen und maximaler Beladung des Kofferraums sich die Rückseite des Autos absenkt und der vordere Teil angehoben wird. Folglich leuchten die Scheinwerfer zu hoch, was wiederum zur Blendung entgegenkommender Fahrer führt. Durch die Betätigung des Drehschalters kannst du dieser Problematik entgehen und Scheinwerfer wieder nach unten ausrichten.

Das Drehen des Schalters kommuniziert dem Reglermotor die gewünschte Position, was eine Neuausrichtung der Scheinwerfer ermöglicht. Dennoch begegnet man auf der Straße oft Autos, deren Scheinwerfer entweder zu tief eingestellt sind oder gleich in den Sternenhimmel blicken. Ja, der Fahrer braucht nur ein paar Sekunden, um den Fehler zu korrigieren. Trotzdem wird dies selten getan und die Regulierung durch den Fahrer erfolgt lediglich nach Augenmaß. Die automatische Leuchtweitenregulierung verhindert so etwas weitestgehend.

Die automatische Leuchtweitenregulierung

Diese Art von Leuchtweitenregler stellt ein besseres Regelsystem für die Position der Licht- und Schattengrenze dar. Die automatische Verstellmechanik erlaubt eine verbesserte Steuerung der Scheinwerferbeleuchtung. Nicht nur der Fahrer bekommt eine gute Sicht auf die Strecke, auch entgegenkommende Fahrzeuge werden nicht geblendet. Der automatische Regler wird sowohl bei Xenon- als auch bei Halogenscheinwerfern eingesetzt. 

Am Beispiel des Halogenscheinwerfers wird der Regler abhängig von der Position der Karosserie aktiviert. Bei Xenon-Scheinwerfern ist der Regler sogar noch weiter entwickelt. Er hält die Scheinwerfer je nach Belastung und Fahrsituation (Drehen, Beschleunigen, Fahren auf unebenem Untergrund, Bremsen) auf dem gleichen Stand. Da der Xenon-Scheinwerfer sehr intensives Licht abgibt, ist der Einsatz einer automatischen Leuchtweitenregulierung unerlässlich. 

Der Mechanismus des Reglers beinhaltet:

– Bodenfreiheitssensoren;

– Ein elektronisches Steuergerät;

– Stellantriebe.

In der Regel ist das System mit 2-3 Bodenfreiheitssensoren ausgestattet: vorne am Fahrzeug 1-2 und 1 an der Rückseite mit einem berührungslosen Drehwinkelsensor. Die Informationen der Sensoren werden an die elektronische Steuereinheit der Leuchtweitenregulierung weitergeleitet. Danach führt das System die Einstellung der Xenon-Scheinwerfer durch. Dank der intelligenten automatischen Regulierung ist das Licht der Xenon-Scheinwerfer immer unter Kontrolle und blendet die entgegenkommenden Fahrer nicht.

Vor- und Nachteile manueller und automatischer Leuchtweitenregulierung

Vorteile:

1.   Eine manuelle Leuchtweitenregulierung ist nicht nur einfach zu bedienen, sondern auch kostengünstig.

2.   Mit der manuellen Regulierung kannst du die Scheinwerferneigung entsprechend der Straßenverhältnisse einstellen.

3.   Die automatische Leuchtweitenregulierung reagiert schneller auf Neigungsänderungen der Karosserie.

Nachteile:

1.   Die manuelle Leuchtweitenregulierung erfordert eine ständige manuelle Anpassung.

2.   Es kommt oft vor, dass die manuelle Einstellung durch den Fahrer vernachlässigt wird.

3.   Die automatische Leuchtweitenregulierung ist teurer als die manuelle.

Fehlfunktionen der Scheinwerferregulierung

Wie bei jedem Mechanismus geht der Regler früher oder später defekt oder funktioniert nicht mehr ordnungsgemäß. Was könnte die Ursache dafür sein? In den meisten Fällen gelten die Sensoren als der anfälligste Teil der Leuchtweitenregulierung. Fahrer klagen oft über das Aufleuchten einer Fehlermeldung im Armaturenbrett. Dies geschieht vor allem, wenn die Sensorhalterung gebrochen ist. Da der Sensor die Neigung des Scheinwerfers anhand der Abstandswerte einstellt, sendet er fehlerhafte Informationen, was folglich zu einer Fehlermeldung führt.

Ein weiterer Grund für die Fehlfunktion des Reglers kann an der Kontaktverbindung liegen. Die Kontakte können sauer werden, was zu Einbußen bei der Leitfähigkeit führt. Dies hat zur Folge, dass ähnliche Fehlermeldungen auftreten, wie wenn die Regulierung nicht mehr einwandfrei funktioniert.

Achte auf das von den Frontscheinwerfern deines Autos abgegebene Licht und pass es bei Bedarf an. Denk daran, dass falsch eingestellte Scheinwerfer nicht nur für dich, sondern auch für die Fahrer entgegenkommender Autos zu einer Gefahr werden können.

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