Woher kommt das Clickgeräusch, das man bei eingeschalteten Fahrtrichtungsblinkern hört?

Kommt so ein Klickgeräusch von den Blinkern selbst? Oder gibt es einen zusätzlichen Mechanismus, der den Fahrer daran erinnern soll, dass der Blinker eingeschaltet ist?

Fahrtrichtungsanzeiger oder Blinker sind schon lange im Einsatz, beinahe solange wie es das Automobil gibt. Die erste Anlage wurde bereits 1909 patentiert und sah wie eine Taschenlampe aus, mit der induziert wurde, was der Fahrer zu tun beabsichtigte. Aus offensichtlichen Gründen wurde diese Idee nicht weiter umgesetzt, genauso wie auch automatische Fahrtrichtungsanzeiger, die 1914 von dem Stummfilmstar Florence Lawrence patentiert wurden. Das Signal des beabsichtigten Abbiegens wurde auf der hinteren Stoßstange angezeigt und durch Drücken einer Taste aktiviert.

Die Blinker, wie wir sie heute kennen, wurden 1925 von Edgar Walz patentiert, aber erst 14 Jahre später nach dem Patentablauf populär. Zur gleichen Zeit, 1939, führte die Automobilfirma Buick den ersten Blinker („Flash-Way Directional Signal“) mit dem üblichen Steuermechanismus – Hebel an der Lenksäule – ein. Zunächst befanden sich die Blinker nur auf der hinteren Stoßstange, ein Jahr später wurden die Blinker auch an die vordere Stoßstange angebracht. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Fahrtrichtungsanzeiger bereits zum Standard in Amerika.

Obwohl die Blinker unterschiedlich aussehen können, haben sie alle das gleiche Funktionsprinzip. In der klassischen Version ist es ein Thermorelais mit einem Kern, der durch den Stromfluss warm wird. Der Kern ist mit einer Platte verbunden, die aus zwei Metallen mit unterschiedlicher Wärmeausdehnung besteht. Das Relais funktioniert wie folgt: Beim Einschalten des Blinkers fließt der Strom und der Widerstand erwärmt die Bimetallplatte, wodurch die Kontakte geschlossen werden. Die Blinklichter gehen an.

Beim weiteren Erwärmen versucht ein Metallstück, die Platte zu biegen, das andere Metallstück leistet den Widerstand. Schließlich, wenn die Stromstärke einen bestimmten Wert überschreitet, „gewinnt“ das erste Metallstück, die Bimetallplatte biegt sich und die Kontakte werden geöffnet.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Stromfluss durch den Stromkreis und die Blinklichter leuchten nicht. Der Widerstand und die Metallplatte kühlen schnell ab und die Platte nimmt den ursprünglichen Zustand wieder an. Das Ganze wiederholt sich.

Das Klickgeräusch, das du bei eingeschalteten Blinkern hörst, kommt von dieser Bimetallplatte, wenn sie hin und her gebogen wird.

Ein gutes Zeichen dafür, dass dein Fahrzeug mit einem Thermorelais ausgestattet ist, erkennt man daran, dass sich die Flackergeschwindigkeit der Blinker beim Erlöschen des Lichts verlangsamt. Je niedriger die Stärke des durch den Stromkreis fließenden Stroms ist, desto länger dauert es, bis genügend Wärme erzeugt wird, um die Platte zu biegen. Wenn der Strom zu schwach ist, flackern die Blinker nicht. Andererseits, wenn du zusätzliche Stromverbraucher (Anhänger) an den Stromkreis anschließt, erhöht sich auch die Flackergeschwindigkeit und das Thermorelais kann dabei versagen.

Zu den gängigsten Arten von Schaltern gehört neben dem Thermorelais auch ein elektronisches Relais. Es ist ein Elektromagnet, der ein Kraftfeld erzeugt, wenn ein Impuls von der Mikroschaltung auf die Magnetspule übertragen wird. Unter Einwirkung eines elektromagnetischen Feldes öffnet ein Metallanker die Spulen und die Stromversorgung der Blinker wird unterbrochen. Wenn das elektromagnetische Feld keine Einwirkung mehr hat, kehrt der Anker in seine Ausgangsposition zurück, schließt den Stromkreis und nimmt die Stromversorgung der Blinklichter wieder auf. Wenn der Stromkreis geöffnet und geschlossen wird, hört man das Klickgeräusch.

Woher kommt das Klicken in modernen Autos?

Foto: ClickClickDrive

Bei modernen Fahrzeugen des 21. Jahrhunderts werden die Fahrtrichtungsanzeiger entweder vom Bordcomputer oder vom Halbleiterrelais gesteuert, die keine Geräusche während des Betriebs erzeugen.
Autofahrer sind aber an dieses Geräusch so sehr gewohnt, dass die Automobilhersteller das Klicken mit Hilfe von Lautsprechern oder einem speziellen Relais unter dem Cockpit imitieren. Heutzutage ist das rhythmische Klicken im PKW-Innenraum nur noch eine Tradition, obwohl es eigentlich überhaupt nicht nötig ist.

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