Straßen und Autobahnen in Deutschland.

Straßen und Autobahnen in Deutschland. Teil 1: Prinzipien des Aufbaus

Die Straßen jedes Landes sind der Motor der Wirtschaft. Heute sprechen wir über die Straßen und Autobahnen in Deutschland, welche als eines der wichtigsten deutschen Güter gelten.

Deutschland verfügt über das viertgrößte Autobahnnetz der Welt und nach eigenen Angaben von 2019, beträgt die Gesamtlänge der Autobahnen mehr als 13.000 km.

Prinzipien des Aufbaus
Foto: Adobe Stock

Die erste Autobahn in Europa, die die beiden Städte Köln und Bonn verbindet, wurde am 6. August 1932 in Deutschland eröffnet. Die Länge der Autobahn betrug 20 km und ist heute mit der Abkürzung A 555 gekennzeichnet. Bei dem Autobahnprojekt plante man schon damals mit einer Fahrgeschwindigkeit von 120km/h,obwohl dies zu jenem Zeitpunkt noch nicht möglich war.

Besonderheiten der Autobahnen und Straßen

Deutsche Autobahnen entsprechen den internationalen Standards und müssen so konzipiert sein, dass sie eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen:

  • Zwei oder mehr Fahrspuren in jeder Fahrtrichtung.
  • Ein Mittelstreifen aus Betonschutzwänden zur Trennung des Gegenverkehrs. Die Breite der Fahrspur beträgt 3,5-4 Meter 
    und die Höhe der Schutzwände ermöglicht es zu sehen, was
    auf der Gegenfahrbahn geschieht.
  • Eine zwingende Trennung der Verkehrsströme auf allen Ebenen.
  • Die Straßenoberfläche besteht aus Asphalt auf Betonbasis.

Neben den technischen Anforderungen, müssen Autobahnen über folgende Ausstattungen und Infrastruktur verfügen:

  • reflektierende Schilder mit einem Abstand von max. 50 m;
  • Ruhebereiche mit Parkplätzen und Toiletten;
  • Tankstellen mit Shops, Gastronomiebetrieben und Hotels;
  • ein automatisches Verkehrsüberwachungssystem, welches die Berücksichtigung von Verkehrsstaus und Wetterbedingungen ermöglicht und auf diesen Faktoren basierend die maximale Höchstgeschwindigkeit festlegt;
  • die Telefonnummern für den Notruf müssen alle 2 km angegeben sein;
  • einheitliche Standards für alle Verkehrszeichen und Vorwegweiser;
  • Lärmschutzwände, um den Lärm des Straßenverkehrs zu dämmen und Tieren den Zugang zu den Fahrbahnen zu verwehren.

Bau von Autobahnen

In Deutschland werden alle Straßen mit modernsten Technologien gebaut, welche eine Langlebigkeit und eine hohe Qualität garantieren. Die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Fahrbahndecke beträgt, 30-50 Jahre, was deutlich höher ist als die der meisten Autobahnen in weniger entwickelten Ländern. Darüber hinaus ist die Nutzungsqualität der Straße langfristig gesehen hoch.

Zunächst ist zu beachten, dass der Bau von Autobahnen nichts mit den üblichen Methoden des Asphalteinbaus vieler anderer Länder zu tun hat. Wenn man sich die einzelnen Teile der Autobahn ansieht, ähnelt sie einem Sandwich aus mehreren Schichten:

  • eine vorgefertigte Grundmasse;
  • ein Textil-Trägermaterial, welches die Entwässernde Funktion erfüllt;
  • eine Sand- und Kiesunterlage;
  • eine Zementbetonschicht;
  • eine Oberschicht aus Zement oder Asphalt.
Bau von Autobahnen
Foto: Wirtgen

Die Arbeiten werden hauptsächlich mit Hilfe von Maschinen durchgeführt, weswegen der manuelle Arbeitsaufwand auf ein Minimum reduziert wird. Die Maschinen bauen die einzelnen Schichten fast vollautomatisch ein.

Die Arbeiten werden hauptsächlich mit Hilfe von Maschinen durchgeführt
Foto: Wirtgen

Zum Schluss werden die Bewegungsfugen zugeschnitten und separate Platten gebildet, die die Bildung von Rissen verhindern. Diese Fugen werden mit Gummidichtungen abgedichtet.

Die Instandhaltung einer Betonstraße schließt lokale Reparaturen aus
Foto: Wirtgen

Um eine gleichmäßige Belastungsverteilung zu gewährleisten, werden die Platten mit Dübeln und Verankerungen verstärkt. Diese Metallstrukturen tragen dazu bei, die Bewegungen der Betonplatten in vertikaler und horizontaler Richtung zu begrenzen.

Die Instandhaltung einer Betonstraße schließt lokale Reparaturen aus – ein beschädigter Abschnitt muss vollständig ersetzt werden. In einer Schicht (12 Stunden) können die Arbeiter durchschnittlich 800 m ersetzen. Die Kosten von 1 km beginnen bei 2 Millionen Euro, wohingegen eine Asphaltstraße in etwa genauso viel kostet.

Die Asphalttechnik in Deutschland wird nach und nach durch Beton ersetzt. Der Hauptvorteil des Asphalts ist die schnelle Aushärtung der Mischung (Beton braucht mehrere Tage) und die Möglichkeit der Reparatur von Schlaglöchern. Zu den Vorteilen von Beton gehören, die Umweltfreundlichkeit und die Haltbarkeit.

Nummerierungssystem der Autobahnen

Die deutschen Autobahnen haben ein eigenes Nummerierungssystem. Eine Autobahnnummer besteht aus dem Buchstaben A und Ziffern (max. 3 Ziffern). Die Anzahl der Ziffern gibt die Autobahnlänge an. Die am wenigsten ausgebauten Autobahnen können mit Hilfe von dreistelligen Zahlen ersichtlich gemacht werden. Zweistellige Zahlen bezeichnen mittellange Straßen, die in der Regel die wichtigsten Autobahnen verbinden – ihre Autobahnnummer enthält eine einzige Zahl.

So führt beispielsweise die längste Autobahn, die A7, durch ganz Deutschland und ermöglicht den Verkehr zwischen Österreich und Dänemark.

Eine gerade Zahl gibt an, dass die Route es ermöglicht, sich zwischen dem westlichen und östlichen Teil Deutschlands zu bewegen.

Die ungeraden Zahlen der Autobahnen weisen den Fahrer darauf hin, dass er zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Landes verkehrt.

Die A17 ist beispielsweise eine Autobahn nach Dresden, mit welcher man Prag erreichen kann. Es finden sich auch Schilder mit dem Buchstaben E – diese sind Europastraßen.

In diesem Artikel haben wir versucht, so ausführlich wie möglich die Geschichte und die Prinzipien des Straßen- und Autobahnbaus in Deutschland zu erklären. Fortsetzung folgt… 🙂

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